(M)ein Sommer-Buchtipp

(M)ein Sommer-Buchtipp

Ein Beitrag von Sibylle Kammler – Für alle, die gern den Titel des Buches wissen wollen, aus dem ich in der Predigt vom 12. Juli 2020 mehrfach zitiert hatte: Geschrieben hat es Richard Rohr, der Titel ist Wer loslässt wird gehalten. Es ist im Claudius-Verlag erschienen und kostet 16 Euro. Ein Buch, das mich schon 14 Jahre begleitet und das ich immer wieder zur Hand nehme, weil seine Bilder und Beschreibungen so unbestechlich sind und mir helfen, in all dem Vielen, das mich antreibt, loszulassen und wieder zur Quelle zu gehen. Es zeigt ehrlich auf, wo wir aus eigener Kraft versuchen, geistlichen Grundsätzen gerecht zu werden und neue Wege beschreibt, in Gottes Nähe einfach und echt zu werden. Ein Zitat, das mich besonders bewegt hat, ist ein Satz aus dem Kapitel Das Ego und die Seele: „Wenn wir in der Gegenwart Gottes leben, sind wir bereit für die Anforderungen, die das Leben an uns stellt. Wenn wir aus unserem Ego leben, dann sind wir es, die die Anforderungen an das Leben stellen.“

Es ist ein lesbares Buch, eines, das den Blick öffnen kann für die eigene Seele, Mut macht zur Ehrlichkeit und dazu, die Furcht vor dem Versagen zu verlieren und neu die Gegenwart Gottes als einen Ort der Verwandlung für sich zu entdecken. Eine Sommerlektüre für ruhige Momente und zur Ermutigung.

 

Darf ich mit Gott (ver)handeln?

Darf ich mit Gott (ver)handeln?

Ein Beitrag von Arno Backhaus – Wenn ich Gebete in Gottesdiensten erlebe, erfahre ich immer wieder, wie kultiviert wir mit Gott umgehen, welche wohlformulierten, unter jeden Teppich passenden Vokabeln wir benutzen. Die haben keine Ecken und Kanten, die sind wohl abgerundet, passen in jede Schublade. Bei uns ist vieles so kontrolliert, läuft erst über den Verstand und dann reden wir, wenn überhaupt, im Abstand mit Gott.  

Die Bibel aber berichtet öfters davon, wie menschlich manche mit Gott umgehen. Sie klagen Gott an „Wo warst du?“, „Warum schweigst du?“, „Ich erfahre dich nicht mehr!“. Manche biblischen Figuren handeln sogar mit Gott. Sie fordern ihn heraus. Irgendwie habe ich den Eindruck, Gott und der Mensch sind mehr miteinander verwoben im ganz normalen Alltag. Mindestens in der Zeit von der die Bibel berichtet. Gott ist näher dran am Geschehen. Und im Alltag fliegen dann auch mal die Fetzen, da wird nicht lang an Worten gefeilt, da kommt was aus dem Bauch und dem Herzen, so wie es drinsteckt, ungefiltert. 

Und das merkwürdige, des Merkens würdige, Gott lässt mit sich handeln, lässt sich hinterfragen. Er geht auf den Menschen ein, der ihm, dem scheinbar unnahbaren Gott, Ratschläge der Verhaltensänderung gibt. Unvorstellbar, Gott ist beweglicher und flexibler als manche denken. In Vers 14 im 2. Buch Mose können wir lesen „Da ließ sich der Herr zur Änderung seines Sinnes im Blick auf das Unheil umstimmen, das er seinem Volk zugedacht hatte.“ 

Das wär’s doch, mit Gott im Alltag verhandeln. So, als wäre er nicht nur sonntags bei uns in der Kirche, sondern auch bei der Reifenpanne auf dem Weg in den Urlaub, in meinem HomeOffice während der Corona-Krise, beim Elternabend „im kleinen Kreis“, in der Chefetage, wenn ich gerade die Entlassungspapiere abhole, bei…ach, Ihr wisst schon. Gemeindeleben.

Kreuzweg in Meimbressen

Kreuzweg in Meimbressen
Ein besonderes Angebot haben wir außerhalb unseres Gemeindehauses im Freien vorbereitet. Auf unserem Grundstück, um das Haus herum werdet ihr einen Kreuzgang finden. Es steht ab Karfreitag bis Ostermontag für euch zum Besuch zur Verfügung, sodass ihr ihn zu zweit zu den unterschiedlichsten Zeiten aufsuchen könnt. Gott schenkt uns in dieser außergewöhnlichen Zeit so wunderbares Wetter, dass wir hoffen, ihr könnt das Angebot nutzen. Der Kreuzweg lädt ein zum Verweilen, an- und nachdenken, beten und glauben. Es gibt Stationen zu den sieben Worten Jesu am Kreuz:
  • „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23,34)
  • „Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“ (Lk 23, 43)
  • „Frau, siehe, dein Sohn!“ und: „Siehe, deine Mutter!“ (Joh 19,25-27)
  • „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Mk 15,34/ Ps 22,2)
  • „Mich dürstet.“ (Joh 19, 28)
  • „Es ist vollbracht.“ (Joh 19,30 7)
  • „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist.“ (Lk 23, 44-46/ Ps 31,6)
 
Täglich bis Ostermontag von 10:00 bis 20:00 Uhr, Outdoor.
 
Es gibt auch einen Handzettel (mit den Worten, Gebeten und Hinweisen) zum Mitnehmen. Am Ostersonntag kommt noch eine achte Station dazu, das leere Grab… 

Hinweis: Wenn ihr euch um das Haus herum trefft, haltet Abstand. Redet nur, wenn die anderen in ihrer Andacht nicht gestört werden. Die gesamte Wegstrecke wird nur 500 Meter sein, ist aber nicht rollatorgerecht. Die Toilette wird weitgehend geöffnet sein. Bitte stellt euer Auto oder auch Zweirad auf dem Parkplatz gegenüber ab

Deutschland betet gemeinsam

Deutschland betet gemeinsam
In einer Zeit wie dieser, muss ein Ruck durch unser Land gehen. Wie wäre es, wenn sich Hunderttausende in Deutschland zeitgleich zum Gebet versammeln würden? Das wollen wir tun.
Am Mittwoch, den 8. April, beginnt das jüdische Pessachfest. Das Volk Israel denkt daran, wie Gott es durch Plagen hindurch aus der Gefangenschaft befreit hat. Wir rufen dazu auf, an diesem Tag von 17:00 bis 18:30 Uhr gemeinsam zu beten: für Kranke und Gesunde, für alle, die jetzt wichtige Dienste leisten. Für unser Land! Wir beten gemeinsam! Online! Aus unseren Häusern und Wohnungen! Verbundenheit statt Isolation – Hoffnung statt Angst. Unser Land braucht Gottes Hilfe und wir wollen ein deutlich sichtbares Zeichen setzen. Sind Sie dabei?
Verbunden im Herzen und online über den Livestream von „Deutschland betet gemeinsam“ versammeln sich Leiter und Christen aus unterschiedlichen Konfessionen zum gemeinsamen Gebet für unser Land. Ein Zeichen gegen Antisemitismus. Ein Zeichen gegen Hoffnungslosigkeit.
Wir beten gemeinsam!

Keine Distanz

Keine Distanz

Gott ist an Sozialkontakten interessiert 

Schon seit einigen Wochen kann man immer wieder beobachten, wie Handseife, Nudeln und Klopapier aus den Regalen verschwinden. Die Läden werden leergekauft. Die Menschen horten Vorräte, um sich auf schwierige Zeiten vorzubereiten. 

Von Vorbereitung schreibt schon der Psalmist in Psalm 90, 12: „Lehre uns Herr, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ 

Eine viel größere Krise als die aktuelle steht uns ja allen noch bevor. Früher oder später. Wenn wir am Ende unseres Lebens angekommen sind, ob durch den Corona Virus, andere Krankheiten, einen Unfall, oder auch, weil unser Leben im Alter zu Ende geht.   

Gott macht uns keine Angst mit dem Tod, er will, dass wir klug und intelligent werden, dass wir unseren Kopf einsetzen und das Ende nicht einfach so auf uns zukommen lassen. Gott ist an Sozialkontakten interessiert, er möchte eine Ewigkeit mit uns gemeinsam verbringen. 

Weil aber Gott ein Gentleman ist, zwingt er keinen dazu. Er lädt uns ein, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Er will uns trösten und ermutigen. Gerade in Zeiten in denen wir Sozialkontakte weitgehendst  vermeiden sollen, könnten wir doch vermehrt göttlichen Kontakt suchen.

Nimm dir doch mal eine Bibel und lies täglich einen Psalm, sprich mit Gott, danke ihm, klage ihm dein Leid, bitte Gott um Beistand, bete für deine Angehörigen, Nachbarn, Arbeitskollegen, für Politiker und für die vielen Flüchtlinge weltweit.

von Arno Backhaus